Transparente Lieferkette mit RFID

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26.05.2008

Transparente Lieferkette mit RFID

next generation media Projekt LAENDmarKS auf der Cemat 2008

Das BMWi-geförderte Projekt LAENDmarKS entwickelt eine RFID gestützte Systematik  zur durchgängigen Verfolgung von Bauteilen über die gesamte Lieferkette der Automobilproduktion. Erstmals wurde ein vollständiger Referenzprozess für diesen Einsatzbereich erarbeit, Grundlage der neuen VDA-Richtlinie 5510. Anfang August startet ein Piloteinsatz mit Sitzstrukturen bei Volkswagen. Vom 27. - 31. Mai 2008 ist das Projekt auf der Intralogistikmesse CeMAT in Hannover.

Optimiertes Qualitätsmanagement bei verteilten Prozessen und die signifikante Verringerung von Produktrückrufrisiken  sind das Ziel des Industriekonsortiums von LAENDmarKS, das am Stand der Volkswagen AG (Halle 12/B 16) vom 27.-31. Mai auf der CeMAT 2008 vertreten sein wird. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderte Verbundprojekt entwickelt zu diesem Zweck eine durchgängige Tracking&Tracing-Lösung, die selbst die Rückverfolgung einzelner Bauteile durch die gesamte Kette der Zulieferer und Komponentenhersteller im Automobilbau ermöglicht. Neben der technischen Machbarkeit soll nachgewiesen werden, dass die mit der Einführung von RFID verbundenen Mehrkosten sich durch Synergieeffekte bei allen Partnern der Lieferkette wieder einspielen lassen.  "Wir wollen ein durchgehendes System entwickeln, mit dem sich bei Qualitätsproblemen einzelne  Komponenten entlang der globalen Lieferkette bis zum jeweiligen Hersteller zurückverfolgen lassen",  erklärt Bernd Schäfer, Gesamtprojektleiter von LAENDmarKS und Projektleiter bei KEIPER, einem der  größten Automobilzulieferer von Sitzkomponenten und -strukturen und gleichzeitig Konsortialführer des Projektes. Ein in dieser Form neuer Ansatz: Bisher gibt allenfalls Insellösungen, und auch nur wenige. Dabei liegen die Vorteile einer durchgängigen Lösungen auf der Hand: Tritt ein Problem auf, kann aufgrund der detaillierten Daten schnell reagiert werden. Welche Teile und Kunden sind betroffen? Um wie viele Einheiten handelt es sich? Wo stehen die Teile derzeit in der Supply Chain? Welche Fahrzeuge sind betroffen? Liegen diese Informationen schnell und gesichert vor und lässt sich das Problem konkret eingrenzen, kann es in vielen Fällen schon in der Lieferkette - also noch vor der Auslieferung - oder gezielt an betroffenen Fahrzeugen behoben werden. Die zur Lieferkette gehörenden und in den Unternehmen bestehenden Logistiksysteme werden dazu bei LAENDmarKS intelligent verknüpft. Im Fall einer Problemmeldung werden automatisch ausschließlich die zur Fehlerbehebung benötigten Daten wie z.B. Serien-, Behälter- und Lieferscheinnummern zwischen den betroffenen Unternehmen ausgetauscht. Ein uneingeschränkter Zugriff auf die zum Teil sensiblen Daten ist hingegen nicht vorgesehen.
 
Ergebnisse
Intelligente Verknüpfung von bisherigen Insellösungen, Schaffung geeigneter Standards und der Aufbau einer gemeinsamen Zugriffsmöglichkeit für Logistikinformationen ? das sind die Ziele der Projektpartner bei LAENDmarKS. Anfang August 2008 startet dazu ein Pilotversuch bei Volkswagen. Realisiert wird zunächst die Verfolgung von Sitzgestellen auf dem Weg vom KEIPER-Werk in Polen bis zu ihrem Einbau in Wolfsburg. "Zum ersten Mal führen wir damit alle Projektergebnisse in einem Pilotversuch zusammen: von den bei tbn entwickelten RFID-Transpondern und Lesegeräten über den LAENDmarKS-"Web-Broker", der via Internet einzelne Bauteile in der Lieferkette mit Bezug zur (späteren) Fahrgestellnummer lokalisieren kann, bis hin zur praktischen Erprobung des generischen Prozessmodells", erläutert Schäfer den bedeutenden Projektschritt.  Als besonderer Erfolg ist die Richtlinienarbeit des Projekts zu sehen: Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat auf Grundlage von LAENDmarKS bereits einen eigenen Arbeitskreis zum Thema "RFID zur Verfolgung von Teilen und Baugruppen in der Automobilindustrie" gebildet, der dazu im Mai 2008 die neue VDA-Richtlinie 5510 auf den Weg bringen konnte.
 
LAENDmarKS Konsortium
In der Automobilbranche sind internationale Fertigungsverbünde mit komplexen Zulieferernetzwerken die Regel. Mit LAENDmarKS soll der Weg einzelner Bauteile durch das unternehmensübergreifende Netzwerk sichtbar und nachverfolgbar werden - eine durchgängige Tracking&Tracing-Lösung per RFID-Technologie. LAENDmarKS wird im Rahmen der Initiative next generation media gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Projektpartner sind: Daimler AG; IBM Deutschland GmbH; IBS AG; Keiper GmbH & Co.KG; ITM/Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl Maschinenbauinformatik; tbn GmbH und die Volkswagen AG.